Reise blog von Travellerspoint

Wieder daheim

overcast 11 °C

Hallo,

hier kommt heute unser letzter Bericht. Seit gestern sind wir nach einer Gesamtrückreisedauer von drei Tagen und drei Nächten wieder zuhause. Gerade habe ich Sarah noch nach Heidelberg gefahren, von wo sie mit dem Bus nach Hahn und von dort nach Göteborg geflogen ist.

Was ist nach unserem letzten Eintrag noch passiert?

Das Wetter wurde dann doch noch besser, sodass wir nachmittags noch nach Frutillar fahren konnten, einer typisch deutschen Siedlung am See. Es war wunderschön dort und wir trafen wieder einige Bekannte vom Schiff und von der Torrestour, u.a. auch Howard, unseren pensionierten Wirtschaftsprofessor aus Melbourne in Australien.

Am nächsten Tage räumten wir unser Zimmer im Hostel, gingen noch zusammen zum Friseur, saßen mittags noch ein bisschen am See und genossen das gute Wetter und den schönen Blick auf den Osorno.

Abends um 20.00 Uhr fuhren wir dann mit dem Luxus-Nachtbus mit Liegesitzen nach Santiago, wo wir am Dienstagmorgen um 09.00 Uhr ankamen. In Santiago hatte es fast 30 Grad und wir frühstückten erstmal ausgiebig im Künstlerviertel. Danach bestiegen wir den Aussichtsberg mit der "Heiligen Jungfrau", der "Virgin", von wo man einen wahnsinnig tollen Blick auf Santiago und die Anden hat, wenn die Luftverschmutzung noch nicht zu groß ist. Man hat aber auch einen wahnsinnig guten Blick auf die Luftverschmutzung selber. Wir waren so kurz vor Mittag oben und haben beides noch erlebt. Die Verschmutzung wurde dann immer stärker und kurz nach 13.00 Uhr sah man fast nichts mehr von der Stadt.

Wir schauten uns dann noch die wichtigsten Plätze in der Innenstadt an und abends verlegten wir zum Flughafen. Um 21.00 Uhr starteten wir nach Atlanta, wo wir 8 Stunden Aufenthalt hatten. Dann ging es weiter nach Amsterdam und von dort nach Stuttgart, wo wir gestern morgen um 10.00 Uhr mit einem Riesen-Jetlag landeten.

Inzwischen sind wir schon ein bisschen regeneriert, Sarah ist auf dem Weg heim nach Schweden und ich bin dabei, die vielen Bilder zu ordnen und zu bearbeiten.

Ein paar werde ich nachher noch einstellen.

Damit schließe ich jetzt unseren Reiseblogg.

Es waren viereinhalb hochinteressante und -intensive und vor allem sehr schöne Wochen in einem außergewöhnlichen Land. Ich denke, wir waren nicht das letzte Mal dort gewesen.

Eingestellt von Sarah_S 07:43 Archiviert in Deutschland Kommentare (1)

Der Vulkan Osorno und das Seenland

rain 7 °C

Hallo,

wenn ihr die Fotos anschaut, seht ihr, dass wir vor zwei Tagen, als wir in Puerto Varas ankamen, abends noch richtig gute Sicht auf Chiles schönsten Vulkan hatten. Leider hatte sich am Freitag aber auch schon ein Wetterwechsel angekündigt und so war es gestern sehr verhangen. Trotzdem haben wir uns entschlossen zum Vulkan Osorno und zum wunderschön gelegenen See "Todos los Santos" zu fahren.

Obwohl alles sehr verhangen war und es auch ab und zu regnete, hatten wir doch einige schöne Blicke. Wir wanderten erst am See entlang und dann etwa 2 km auf den Vulkan zu, was aber wegen des Wetters nicht wirklich was brachte. So entschiden wir uns umzudrehen und durch das Flusstal zu den Wasserfällen zu laufen, was auch wirklich schön war (insgesamt 12 km). Auf dem Weg wurden wir einmal von einem Bus überholt, aus dem eine Person ganz verrückt herauswinkte. Es war ein alter Bekannter aus den Niederlanden, den wir schon im Torres-Nationalpark, in Puerto Natales und auf dem Schiff getroffen hatten. Die Welt ist doch klein !!!

Als wir bei den Wasserfällen angekommen waren, konnten wir das erste Mal springende Lachse sehen, leider immer nur sehr kurz; ich war echt überrascht, was die Lachse doch für Riesentrümmer von Fischen sind. An den Stromschnellen war es richtig schön und wir konnten dort sicherlich auch das eine oder andere gute Foto machen. Dort trafen wir noch ein weiteres Pärchen aus der Schweiz, das mit uns ebenfalls auf der Navimag gefahren war.

Abends fuhren wir dann in einem klitzekleinen und überfüllten Minibus die 60 km nach Puerto Varas zurück und gingen dann noch schön Kaffee trinken.

Heute nun wollten wir eigentlich nach Frutillar, einer kleinen deutschen Stadt ca. 30 km von uns. Die Uferpromenade soll sehr schön sein. Aber im Gegensatz zu Eurem heutigen Wetter, regnet es bei uns heute Bindfäden. Mal sehen was wir machen.

Unsere Reise neigt sich jetzt doch mit Riesenschritten dem Ende zu; morgen abend fahren wir ins 30 Grad warme Santiago, nochmals 1200 km nach Norden. Und dann sind wir fast 36 Stunden (mit Zwischenaufenthalten in Atlanta und Amsterdam) nur am Fliegen.

Einmal werden wir uns nochmals melden.

Bis dahin machts mal gut.

Liebe Grüße aus dem chilenischen Seengebiet an Euch alle, wo immer ihr auch seid.

Sarah und Klaus

Eingestellt von Sarah_S 05:50 Archiviert in Chile Kommentare (1)

Die Navimag-Kreuzfahrt

oder "internationales Meeting auf einer Fahrt durch ein unberührtes Paradies"

sunny 17 °C

Hallo, hier sind wir wieder. Heute mittag sind wir in Puerto Varas im chilenischen Vulkan- und Seenland angekommen, wo wir unsere letzten drei Tage verbringen wollen. Haben heute mittag schon unsere Touren für die verbleibenden Tage geplant, denn auch hier ist es sehr schön. Leider wird es uns nicht mehr reichen auf die argentinische Seite nach San Carlos de Bariloche zu fahren, wo es auch außergewöhnlich schön sein soll. Wir wollen uns jetzt noch bis Montag auf den chilenischen Teil dieser Landschaft konzentrieren und dann am Montag abend mit dem Nachtbus in 12 Stunden nach Santiago fahren. Dort haben wir dann noch etwa 8 Stunden Zeit, um zum Aussichtspunkt über diese 6 Millionen Metropole zu fahren und abends geht es dann auch schon wieder heim und die viereinhalb Wochen sind rumgegangen wie im Fluge.

Aber jetzt zur Navimag-Tour:
Ich kann nur jedem empfehlen, der irgendwann mal in diesen Teil der Welt kommt, dass er diese Tour mitnimmt. Es sind vier ganz außergewöhnliche Tage in einer Landschaft, die man garnicht beschreiben kann. Es ist wirklich am Ende der Welt. Es gibt hier keine Straßen, allein diese Fähre fährt durch die völlig unberührten chilenischen Fjorde. Die Fähre ist 125 m lang, 25 m breit und ebenso hoch. Im unteren Teil werden Güter transportiert, und in den drei Oberdecks werden bis zu 300 Passagiere untergebracht. Da die Saison schon rum war, waren wir allerdings dieses Mal nur ca. 100 Gäste, hauptsächlich junge Backpacker, Trekker, aber auch ein paar Leute in meinem Alter bzw. "noch älter", die als Passagiere dabei waren. Und neben dieser unvergleichlichen Landschaft war genau das das Tolle an der Sache. Etwa 100 Leute jeden Alters, fast jeder Nation ((nur aus Afrike war niemand dabei) für 4 Tage auf einem Schiff. Es war unheimlich interessant. Zum Schluss kannten sich fast alle, alte und junge, Chinesen und Deutsche, Australier und Amis ( einer aus Alaska), Dänen, Schweden, Chilenen, Niederländer, Russen, Koreaner Schweizer, Polen, Franzosen usw. usf. Und da wir außer Gucken und Essen auf der Fähre nichts zu tun hatten, wurde geschwätzt, diskutiert, Adressen ausgetauscht, politisiert usw. usf. Es war einfach genial. Man bin ich froh, dass ich das erleben konnte!!

Die Kabinen waren sehr klein, das Essen war sehr gut und der Service und die Versorgung ebenfalls.

Mit am Interessantesten war die dritte Nacht, wo wir mit unserer "kleinen" Fähre ca. 12 Stunden auf dem offenen Pazifik fuhren. Und dort ging es echt richtig heftig zur Sache, im Speisesaal stürzten einige Stühle um, während wir die Reise der Pinguine anschauten, und immer mehr Leute verschwanden. Da das Schiffspersonal aber rechtzeitig Pillen verteilt hatte, haben alle diese Nacht ganz gut überstanden. Und ich kann Euch sagen, es war richtig lustig in der Koje; habe selten so gut geschlafen!!!

Die Landschaftseindrücke während dieser Schiffsreise zu beschreiben ist eigentlich nicht möglich; auch Fotos können das nicht wiedergeben. Man muss es gesehen haben. Ganz besonders interessant war auch, dass wir immer wieder die unterschiedlichste Begleitung hatten: Pinguine, Seelöwen, Delfine, Seehunde, Kormorane, Pelikane, Orkas und richtig große blasende Wale. Ich habe während dieser 4 Tage eine 8 GB Karte vollfotografiert und wenn man die Bilder anschaut, kann man nicht entscheiden, welche man jetzt einstellen soll. Deshalb werde ich nur ein paar wenige Bilder einstellen.

Heute mittag haben wir dann in Puerto Montt die Fähre verlassen und es war fast ein bisschen traurig, dass alle wieder auseinander gehen und ihre Reisen völlig unterschiedlich fortsetzen werden.

Wir für unseren Teil bleiben jetzt die kommenden drei Tage im Vulkan- und Seenland, haben heute auch schon bei tollstem Wetter den Osorno in seiner ganzen Pracht gesehen und werden Euch dann morgen noch ein paar Bilder von der Navimag-Reise und hier aus der "deutschesten" Ecke Chiles einstellen.

Bis dahin macht´s mal gut, wo auch immer ihr gerade seid.

Liebe Grüße von Klaus und Sarah

Eingestellt von Sarah_S 16:47 Archiviert in Chile Kommentare (1)

Puerto Natales die Zweite

overcast 13 °C

Hallo, hier sind wir nochmals vor unserer "großen" Seereise. Heute morgen haben wir unser Zimmer geräumt und sind dann zum Einchecken gewandert. Heute abend um 21.00 Uhr geht es los. Bin mal echt gespannt, was das wird. Wenn man denen glauben kann, die die Reise schon gemacht haben, dann muss es ja echt toll werden. Am Freitagmorgen werden wir dann in Puerto Montt, ca. 1000 km südlich von Santiago im Vulkan- und Seengebiet sein. Auch darauf sind wir sehr gespannt.

Die letzten beiden Tage haben wir mit der Besichtigung von Puerto Natales und mit Ausruhen verbracht; nachher werden wir auch nochmals in eine Chocoladeria gehen und das "dulce" Patagonien genießen. Wenn wir hier durch den unheimlich buten Ort wandern, werden wir immer von "unserem" Schäferhund begleitet, mit dem Sarah im gesamten Ort Apportieren spielt.

Im Gegensatz zu gestern haben wir heute sehr ruhiges Wetter, sodass wir auch mal am Strand sitzen konnten; gestern war das unmöglich, da wären wir weggeblasen worden.

Ich habe noch ein paar neue Bilder direkt aus Puerto Natales eingestellt, sodass ihr Euch ein bisschen vorstellen könnt, wie es hier aussieht.

So, jetzt schaun wir mal, ob demnächst unser Kahn einläuft. Wenn wir dort Internet haben, dann melden wir uns mal, ansonsten gibts den nächsten Beitrag erst am Wochenende.

Machts mal gut, wo auch immer ihr gerade seit.

Sarah und Klaus

Eingestellt von Sarah_S 09:25 Archiviert in Chile Kommentare (1)

12 Tage "Torres del Paine"

all seasons in one day

So, seit gestern abend sind wir wieder in unserer Konservendose in Puerto Natales und genießen richtige Betten. Gerade eben haben wir unsere Schiffsreise mit der Navimag (www.navimag.com), die uns ab Montag bis Freitag durch die chilenischen Fjorde bis nach Puerto Montt führen wird gebucht. Die Reise gilt als eine der schönsten Schiffsreisen der Welt und wir sind sehr gespannt.

Aber jetzt erstmal zu unseren letzten 12 Tagen im Park. Es ist schon ein tolles Stückchen Erde, was wir da beackert haben und ich muss zugeben, dass ich die ganze Sache hinsichtlich Streckenführung, patagonischen Wetters und insbesondere meiner Leistungsfähigkeit ein wenig unterschätzt hatte. Und nachdem wir dann gestern auch noch Schnee bis zu unserem Übernachtungsplatz hinunter hatten, sind wir jetzt doch ganz froh, dass wir alles erreicht und durchgestanden haben.

Gestartet waren wir am Montag, 25.3. um 07.30 Uhr mit dem Bus vor unserem Hostel. Beide mit Rucksäcken über 20 kg bepackt, alle Nahrungsmittel für die 12 Tage dabei, aber beide auch noch immer ein wenig angeschlagen, kamen wir gg. 10.00 Uhr im Park an und verlegten gleich zum Camping Las Torres. Da das Wetter nicht so optimal war und es leicht regenete, bauten wir unser Zelt gleich an der ersten Station im Las Torres auf und schauten uns erstmal gemühtlich die Umgebung an.

Am nächsten Morgen starteten wir dann die erste 15 km- Tour zum Camping Seron. Die Strecke war weitgehend eben, es ging durch mehrere kleine Flüsse (es gab die ersten nassen Füsse) und nach fünf Stunden kamen wir zum Seron. Man konnte dort campen, aber alle Einrichtungen waren wegen der fortgeschrittenen Zeit schon geschlossen. Somit war es also ein richtiger Naturcamping. Außer uns übernachteten auf dem Platz noch drei andere Parteien. In der Nacht machten wir dann den ersten Kontakt mit den berüchtigten patagonischen Stürmen; es ging schon ganz schön zur Sache, aber unser Salewa Sierra Leone II steckte den Sturm gut weg.

Am nächsten Morgen ging es dann in die längste Tour des gesamten Circuito. Hier hatten wir die ersten richtigen Steigungen und eine nicht ganz ungefährliche Moorstrecke zu bewältigen. Irgendwann auf dieser Strecke waren wir dann platt und schlugen unser Zelt mitten im Wald auf (was im Nationalpark eigentlich nicht erlaubt ist). Die Nacht war etwas unruhig, es regnete, aber morgens hatten wir gutes Wetter und wanderten an der Nordseite des Painemassives und am Lago Paine entlang zum Refugio Dickson, einem ausnehmend schönen Platz. Die Lage ist so unglaublich schön, dass ich bestimmt an die 100 Bilder von diesem Flecken gemacht habe.

Dieses Refugio war noch besetzt und Sarah lächelte dem dortigen Chef von Vertice ihr freundlichstes Lächeln bei der Begrüßung zu, was uns zahlreiche Vorteile einbrachte: Wir konnten zu einem Drittel des regulären Preises im Refugio essen und allerlei mehr.

Wir blieben zwei Tage an diesem wunderschönen Ort, erlebten dort auch mit minus 4 Grad unsere kälteste Nacht und verlegten dann am Samstag zum Camping Perros. Dazu mussten wir ca. 500 Höhenmeter aufsteigen und kamen dabei auch an die ersten Gletscher. Am Abend stellten wir fest, dass der Vertice-Chef vom Dickson uns hinterhergelaufen war. Am Camping Perros, an dem es wegen der Nähe der Gletscher schon richtig kalt war, machten alle anwesenden Trekker abends in der Schutzhütte ein großes Feuer und es war ein richtig toller Abend auf dem Campingplatz. Sarah saß noch lange mit den beiden Verticemitarbeitern zusammen und kam erst gg. 02.00 Uhr nachts ins Zelt.

Am Ostersonntag morgens hieß es dann ganz früh aufstehen, denn heute lag die schwierigste Etappe vor uns. Bei schlechtem Wetter ist der Pass "John Gardener" oft nicht passierbar oder gesperrt, da die Stürme dort weit über 200 km/h Windgeschwindigkeiten erreichen. Wir hatten aber Glück, das Wetter war excellent. Die beiden Vertice-Mitarbeiter wollten uns noch die Rucksäcke zur Passhöhe schleppen, was wir aber ablehnten. Also quälten wir uns alleine mit unseren Rucksäcken die ca. 800 Höhenmeter zum Pass hinauf, durch Wald- und über Schotterfelder.

Als wir dann aber um genau 14.00 Uhr am Ostersonntag auf der Passhöhe des John Gardener Passes standen erschlug es uns fast. Es war ein unglaublicher Blick, phantastisches Wetter, klasse Sicht, und da lag u.a. der fast 2o km lange Grey-Gletscher, der sichtbare Ausläufer des südpatagonischen Eisfeldes, des größten Inlandseisfeldes der Erde, vor uns. Wir genossen diesen tollen Blick ausgiebig, wussten aber auch, dass uns jetzt noch eine Tortur der besonderen Art bevorstehen würde: Fast 800 Höhenmeter schnurstracks und auf steilsten Waldwegen nach unten, z. T. nur von Ast zu Ast hangelnd. Und ihr könnt es mir glauben, es war wirklich sehr hart und wir waren froh, als wir gg. 19.30 Uhr den Camping Paso, einen ganz einfachen Platz im Wald oberhalb des Gletschers erreichten.

Zelt aufgebaut, gekocht, und dann nichts, wie in die Schlafsäcke.

Am nächsten Morgen mussten wir noch 14 km bis zum Refugio Grey laufen und diese Strecke hatte es auch in sich. Es gab zwei Leitern, einmal nach oben, einmal nach unten und eine 40 m Hängebrücke mit Holztritten zu überwinden. Die Leiter nach oben hätte ich mit meinen Armen fast nicht geschafft. Es war nicht einfach bei (patagonischem) Wind, mit Rucksack und dann immer mehr nachlassenden Kräften in den Armen sich dort hochzuziehen; Sarah hatte mehr Probleme mit der fast 30 m langen Leiter nach unten. Aber der größte Gag war die Hängebrücke, die über ein tiefes Bergtal gespannt war und die aus aufgehängten Holzbrettern bestand. Das war schon ein uriges Gefühl darüber zu wanken.

Abends kamen wir dann am Refugio Grey an und schlugen dort unser Zelt auf.

Am nächsten Tag ging es nochmals 15 km weiter zum Refugio Paine Grande. Auf diesem Weg hatte man die schönsten Aussichten auf den Lago Grey und den Greygletscher sowie auf das Paine Massiv. Wir hatten wieder sehr viel Glück mit dem Wetter und schlugen dann abends unser Zelt am Paine Grande auf.

In der Nacht traf uns dann ein richtiger patagonischer Sturm und ich hatte mehrmals nachts die Befürchtung, dass unser Zelt sich flachlegen würde. Während doch einige andere Zelte bzw. Zeltgestänge nach dem Sturm beschädigt waren, hatte unseres standgehalten. Morgens war eine Heringshalterung abgerissen, sonst nichts. Wir hatten alles gut überstanden.

Wir setzten dann mit dem Katamaran über den Lago Pehoe und jetzt änderte sich das Wetter. Ab Mittwoch wurde es richtig kalt, es regnete was runterkam und die Schneegrenze sank jeden Tag weiter hinunter. Am Donnerstag unternahmen wir nach einer sehr nassen Nacht den Versuch zu den Torres aufzusteigen. Wir hatten schon etwa 400 Höhenmeter gemacht, als das Wetter sich so verschlechterte, dass wir fast nichts mehr sahen und unsere Kleidung vollkommen nass war. Nach langem Überlegen (wir hätten es eigentlich besser wissen müssen) brachen wir ab und stiegen wieder runter. Unten angekommen, war oben blauster Himmel, typisches patagonisches Wetter halt. C´est la vie, c´est la pech.

Wir liefen dann noch ein bisschen durch die Umgebung und bekamen auch hier noch schöne Fotomotive vor die Linse.

Die letzte Nacht im Park regnete es wieder was runterkam; als wir morgens aus den Schlafsäcken krochen, war die ganze Umgebung weiß.

Wir hatten zwölf wunderbare Tage mit weitgehend gutem, z. T. hervorragendem Wetter, im Park. Jetzt merkt man dann aber schon, dass es mit Riesenschritten auf den patagonischen Winter zugeht.

Soweit so gut für heute; jetzt könnt ihr Euch ein kleines Bild davon machen, was wir die letzten 13 Tage erlebt haben. Schaut Euch die Bilder dazu an. Leider können diese, wenn überhaupt, nur ansatzweise wiedergeben, was für eine tolles Fleckchen Erde sich hier in Chiles Süden verbirgt.

Machts mal gut; wo immer ihr auch seid.

Sarah und Klaus

Eingestellt von Sarah_S 17:40 Archiviert in Chile Kommentare (1)

(Einträge 1 - 5 von 9) Seite [1] 2 »